Projektblog
von Ute Ochsenbauer
Vor einem Jahr...
…am Samstag, den 31. Mai 2025 um acht Uhr morgens begann unser erster Drehtag mit der Baggerszene. Bestimmt war ich nicht die Einzige im Team, die in der Nacht zuvor nicht so richtig gut geschlafen hatte.
An diesem ersten Wochenende waren ungefähr fünfunddreißig lebende und äh, nichtlebende Menschen und Tiere mit von der Partie, alles war gut vorbereitet, aber wie man weiß, wo Leben ist, ist auch Dynamik. Also war ich nervös. Immerhin war die Frage Nummer eins: „Wie wird das Wetter?“ zufriedenstellend abgehakt.
Erst wollten wir alle Darsteller*innen zusammen um zehn Uhr auf Franzens Wiese bestellen, doch dann fanden Conny und Roger, dass wir mit dem Bagger und dem sogenannten Baggerballett und dem Fund der Leiche schon um acht Uhr beginnen sollten. Polizei, Feuerwehr, Arzt, Spusi kamen erst etwas später dazu. Diese „Entzerrung“ der verschiedenen Bestandteile von Szene 14 war eine sehr gute Idee!
Direkt nach dem Baggerdreh „erledigten“ wir an diesem ersten Drehwochenende die Szene im Laden, nämlich in Kerstins Mittagspause ab 12 Uhr.
Am Sonntag den 1. Juni, drehten wir die Begegnung zwischen Achim, Cläre, dem Gimpel und dem Fernglas. Wir drehten im Freibad, machten einen Abstecher, um zwischendurch kurz das Einfangen von Hia, Wohldes ältester Kuh, zu filmen, und schließlich drehten wir noch im Bed & Breakfast zum „Tänzelnden Esel“. Nach den beiden Drehtagen wurden die ersten Suppen verspeist und die ersten Ergebnisse auf dem Fernseher in unserem Wintergarten angeschaut, was sich im Laufe des Sommers zu einem schönen Ritual entwickelte.
Was für eine Aufregung! Was für ein Einsatz aller Beteiligten! Nike kam frisch von der Autobahn, Kerstin opferte ihre Mittagspause, Hia ließ sich gnädig wieder in ihre Box geleiten und das alte Wohlder Feuerwehrauto verkündete den Filmstart per Sirene und ist nun selbst auch schon Geschichte.
Rückblickend kann ich immer noch meine Erleichterung fühlen, als Peter Franzen an diesem Samstag, den 31. Mai 2025 morgens um acht Uhr ganz gelassen meinte, ja, klar, es könne losgehen, der Bagger sei bereit. Und dann kam Marlies wenig später mit einem Tablett voll belegter Brötchen und mit Kaffeebechern und Kaffee zum Drehort! Das war so lieb! Bin noch immer gerührt darüber.
In diesen Momenten wusste ich einfach: Alles wird gut. Und das wurde es ja auch.
Ein Jahr ist das alles nun her und inzwischen haben über dreitausend Menschen unseren Film gesehen, viele von ihnen auch mehr als ein Mal. Ist das nicht unfassbar?
In vier Kinos (Husum, Rendsburg, Eckernförde und Studio Filmtheater Kiel) wurde unser Film gezeigt und war dabei Eröffnungsfilm des Norddeutschen Filmfests in Rendsburg, eine besondere Ehre für uns, die das Schauburg Team im ausverkauften Kinosaal extrem liebevoll feierte.
Wir haben unseren Film nun bei einigen Filmfestivals angemeldet und sind dort in der Warteschleife. Schon wieder aufregend! Bei den Husumer Filmtagen wird unser Film gezeigt und einige weitere Vorstellungen wird es im Herbst auch noch geben.
Aber zunächst einmal können wir jetzt stolz, gerührt und auch ein bisschen verwundert über unsere gemeinsame, extrem geglückte Höchstleistung die vielen Drehtag-Jubiläen der Reihe nach Revue passieren lassen und feiern.
Seid gespannt auf das nächste „Drehtag-Jubiläum“, auf das ich mich schon sehr freue!
Die Störung
170 Leute waren bei unserer Filmvorführung in Kropp. Der Termin war von der VHS Kropp bestens vorbereitet und organisiert worden. Werbung, Naschitüten, Getränke, und ein teurer Beamer in absoluter High-End-Qualität, den wir benutzen durften. Was will man mehr?
Wie üblich hatte es einen Vor-Ort-Termin für eine Vorbesprechung gegeben und jede Menge Telefongespräche und WhatsApps, um weitere Fragen und Uhrzeiten zu klären.
Wir waren bereits um halb fünf da, und checkten zusammen mit einem IT-Spezialisten vom Amt ab, ob der Beamer vor Ort mit uns zusammenarbeiten möchte oder nicht. Der Beamer wollte. Alles klappte reibungslos.
Die Stuhlreihen für diese vorvorletzte Vorführung nahmen kein Ende. Mir stockte der Atem. Als ich mich erkundigte, wie viele Karten weggegangen waren, verstand ich zunächst 72. Aber es waren 170! Da wurde ich schon ein bisschen aufgeregt, denn so viele Zuschauer*innen hatten wir bisher nur im Kino.
Die Reihen füllten sich, Finns schöner Vorfilm lief, dann erzählte ich ein bisschen was zum Film, und dann, um 19.04 Uhr, lief der Film an.
Und dann lief ich nach hinten. Weil der Film nämlich immer mal ruckelte. Und da brauchte ich irgendwie Abstand zur Leinwand. Immerhin, dachte ich, von hinten kann ich gut mal den Lacher an einer bestimmten Stelle filmen, an der IMMER gelacht wird.
Kurzer Hinweis zum Kropper Publikum und unserer Lachpunkte-Skala
Bereits in diesem frühen Stadium des Films zeigte sich, wie gelöst die Stimmung war. Von hundert möglichen zu vergebenden Lachpunkten* hatte das Kropper Publikum schon gleich zu Anfang rasante vierzig Punkte erlacht! Also, super Atmosphäre!
*von Vorstellung zu Vorstellung vergeben wir insgesamt hundert Lachpunkte, um die Atmosphäre in den einzelnen Dörfern objektiv nachvollziehbar zu erfassen. An manchen Stellen im Film wird nämlich immer gelacht, an anderen nur, wenn unsere Gäste übermütig, fröhlich, locker, begeistert heiter sind. Und falls du nun lachen oder schmunzeln musst: toll, das gibt fünf Extra-Lachpunkte für dein Dorf!
Stock, stock, Stopp
Mir selbst verging das Lachen leider immer mehr, denn der Film stockte nach einiger Zeit deutlich häufiger und auch länger. Auf dem Laptop lief er weiter, auf der Leinwand nicht. Dabei hatten wir gerade mal die Hälfte der Spielzeit erreicht. Und dann, mitten in der wunderbaren Küchenszene mit Kurt, Gertrud, Simone, René, Erna und Chico flogen wir aus dem WLAN raus. Quasi Filmriss. Zwangspause.
Statt „Kein schöner Tod II“ lief der Kropper Bildschirmschoner vor 170 Leuten. Oh nein, oh nein.
Oxi gab alles, um die Vorführung fortzusetzen. Aber ALLES war offensichtlich zu wenig.
Und hier erwies sich, dass unser Kropper Publikum einfach nur wunderbar entzückend war. Man blieb gelassen und glaubte unerschütterlich an das Gute. Erst gab es den Run auf die sanitären Anlagen, danach den Run auf die Getränke- und Naschi-Ecke, und dann den Run auf die Möglichkeit, Fragen zu stellen und Döntjes zum Film zu hören.
Oxi gab weiterhin ALLES, um die sich hinziehende Situation zu retten. Und das schaffte er am Ende auch. (In der Situation selbst weiß man ja aber nicht, ob sie eines Tages enden wird oder sich noch endlos hinzieht, und: Zwölf Minuten können sich so dermaßen lang anfühlen, Hilfe.).
Fazit: Kropp, wir sagen danke, danke, danke. Also, an die Organisatoren und die fantastischen Gäste. Nächstes Mal benutzen wir allerdings vielleicht doch lieber unsere eigene Technik, denn was nützt uns High End, wenn High End in Wirklichkeit bedeutet, dass das Ende nicht absehbar ist? Unsere Treenezauber Technik ist vielleicht nicht High End, aber sie ist UNSTOPPABLE.
Über die Dörfer
Seit Januar ziehen wir mit unserem Filmprojekt Dorfkrimi von Dorf zu Dorf. Wir zeigen den Film in Dorfgasthöfen und Dorfgemeinschaftshäusern und waren auch schon in einer Kirche und einer Weinhandlung zu Gast.
Zu jeder Vorführung gehören mindestens ein Besichtigungstermin und ein Gespräch mit den Veranstalter*innen, das ein paar Wochen vor dem Kinoabend stattfindet. Wir messen Raumhöhe und ‑breite aus, überlegen zusammen, wie man die Stühle am besten stellt, wo der Beamer hin soll und so weiter. Wir übergeben Flyer, Plakate, Eintrittskarten und ein paar Erfahrungen mit dazu. Und dann fällt bei der Vorbesprechung fast immer der Satz: „Wir freuen uns schon so!“
Wie wunderbar! Am Ende gehen wir zufrieden auseinander, weil alles erst einmal gut geplant zu sein scheint. Und dann kommt das echte Leben, wie das so ist mit Plänen.
Am eigentlichen Kinoabend ist dann doch oft alles anders, als geplant, so wie in Lürschau, wo wir schließlich in die superschöne Lürschauer Turnhalle umgezogen sind, weil der Andrang auf die Karten so groß war, dass wir nicht in den Gemeinschaftsraum passten. Unsere fantastische Tonanlage hat auch diesen hohen, großen Raum voller Leute sehr gut bespielt. Es gab Popcorn, Nachos und Getränke, alles war super vorbereitet und organisiert, die Atmosphäre war richtig schön und heiter.
Wir sind begeistert, so viele nette und engagierte Menschen in so vielen unterschiedlichen Dörfern kennenzulernen. Das ist wirklich etwas Besonderes. Auch die Veranstaltungsorte zu inspizieren, macht Spaß. Wirklich klasse, was einige Dörfer da an Gemeinschaftsräumen haben. Interessante Konzepte, aktive Ehrenamtliche, ein tolles Miteinander.
Wo könnte unser Dorfkrimi besser hinpassen, als an solche Orte?
Solch unterschiedliche Orte! Ob in einer liebevoll geführten Friedrichstädter Weinhandlung oder in einem der traditionsbewussten Dorfkrüge der Region, ob in einer Turnhalle oder gar in einer Kirche: Unser Dorfkrimi passt überall hin.
Der Film beginnt
Die Vorstellungen in den Dörfern rings um Wohlde sind bisher immer ausverkauft gewesen. Anders als im Kino kommt hier eine halbe Stunde, bevor die Filmvorführung beginnt, zur Einstimmung unser Vorfilm zum Einsatz. Finn Petersen hat ihn an unseren Drehorten aufgenommen und seine schönen Naturaufnahmen werden von Karin Grunwalds und Finns Musik atmosphärisch wunderbar in Szene gesetzt. Wenn Finns Vorfilm kurz vor Filmbeginn endet, erzähle ich noch etwas über die Geschichte unseres Films, vom Tatort „Jagdrevier“ über „Kein schöner Tod in dieser Zeit“ zu „Kein schöner Tod II“. Wie viele Drehtage wir hatten, wie unser Budget aussah, ob es wirklich so war, dass die meisten Darsteller keine Texte auswendig lernen mussten, und ob wirklich kein einziger Profi an Bord war – alles Fragen, die uns mitunter gestellt werden, und die ich mitunter gleich schon am Anfang beantworte, wenn ich daran denke. Und dann geht’s los.
Insgesamt zwanzig Dorf-Vorstellungen sind geplant, sechzehn davon bereits gelaufen. Auch wenn wir unseren Film nun schon wirklich oft gesehen haben und die einzelnen Dialoge mitsprechen können, muss ich immer noch oft lachen und freue mich auf bestimmte Szenen. Und außerdem ist es spannend für uns, ob bei bestimmten Scherzen gelacht wird, wie die Leute so mitgehen, wann es still wird und wie so insgesamt die Stimmung ist, kurz: wie unser Film ankommt. Neulich gab es sogar mal Szenenapplaus! Toll!
Jedes Dorf lacht anders – und das ist gut so
Auch die Reaktionen hinterher sind von Dorf zu Dorf unterschiedlich: Mal kommen mehr, mal weniger Leute direkt nach der Vorstellung zu uns und freuen sich mit uns, dass unser Projekt so gut aufgenommen wird. Noch Tage nach den Vorführungen bekommen wir oder die jeweiligen Veranstalter Rückmeldungen zum Film, und die sind in den allermeisten Fällen sehr, sehr positiv.
Die Vorführungen in den Dörfern waren von Anfang an so geplant und stehen so auch in unserer Bitte um Förderung des Dorfkrimiprojekts. Allerdings konnten wir da noch gar nicht wissen, wie sehr wir es genießen würden, für einen Abend Teil eines anderen Dorfes sein zu dürfen. Mein Respekt davor, was Ehrenamtliche leisten, war schon immer groß, aber in den letzten Wochen ist er noch einmal gewachsen. Aber auch die Gastwirt*innen, Pastor*innen und Weinkenner*innen haben es uns so leicht gemacht, uns wohl am jeweiligen Spielort zu fühlen.
Wir sagen danke
Wir konnten ja von den Einnahmen, die wir durch die Kinovorführungen hatten, richtig gute Vorführtechnik anschaffen: eine große Leinwand, eine sehr gute Tonanlage, einen tollen Beamer. Dadurch gelingt es uns in den Dorfvorführungen, die hervorragende technische Qualität unseres Films wiederzugeben, genau wie im Kino. Das war uns wichtig! Transport, Auf- und Abbau, technischer Check plus Film und Fahrzeit, das sind alles in allem jeweils ungefähr sieben bis acht Stunden pro Vorführung.
Wir sagen danke, dass wir überall so herzlich aufgenommen werden. Das unterstützende und wertschätzende Miteinander, das bereits die Dreharbeiten so besonders gemacht hat, wird auf diese Weise fortgesetzt. Allerdings nur noch bis Ende März, denn nach unserer Vorführung in der Ostenfelder Schulaula am 29. 3. wird unser Film erst einmal nur noch in ausgewählten Kinos und auf Filmfestivals zu sehen sein.
Eure Ute Ochsenbauer
Unser Dorfkrimi zieht über die Lande
Seit unser Film „Kein schöner Tod II“ am 22.11. im Kinocenter Husum seine funkelnde Premiere feierte, ist einige Zeit vergangen. Eigentlich waren nur zwei Kinovorstellungen fest eingeplant, aber da diese beiden äußerst gut besucht waren, läuft unser Film derzeit weiterhin sonntags mittags und wurde begeistert aufgenommen und am Ende langanhaltend beklatscht. Er habe so einen Run noch nie erlebt, sagt Kinoleiter Stephan Hartung und „als die erste öffentliche Vorstellung schon nach ein paar Stunden ausverkauft war, bin ich fast vom Stuhl gefallen“. Auch für die zweite, dritte und vierte öffentliche Vorstellung im größten Kinosaal waren die Karten ruckzuck weg.
Unseren Dorfkrimi auf der riesigen Kinoleinwand zu sehen, ist tatsächlich überwältigend.
Und es ist auch deswegen ein Erlebnis, weil die technische Qualität des Films einfach fantastisch ist. Das Bild gestochen scharf, der Ton hervorragend. Natürlich lieben wir unseren Film von vorn bis hinten, (und zwar nicht nur die Technik!!), aber dass er auch von vollkommen Unbeteiligten dermaßen positiv und mit Applaus aufgenommen werden würde, damit haben wir nicht gerechnet, und es freut und rührt uns sehr.
Nach den ersten Vorstellungen in Muhls Gasthof möchten wir euch nun noch einmal unsere Film-Rundreise durch die Dörfer ans Herz legen. Zwar sind viele Dorf-Vorstellungen bereits ausverkauft, für einige gibt’s aber noch Karten. Und wenn unsere Treenezauber-Vereins-Leinwand auch nicht ganz so groß ist, wie die Kinoleinwand in Husum, so ist sie doch riesig. Wir haben den Erlös aus den Kinokarten nämlich in neue Vorführtechnik gesteckt und das hat sich gelohnt. Die technisch gute Filmqualität kommt jetzt auch abseits vom Kino voll rüber. Aber nicht nur das.
In kleinerer Runde, mit vielen bekannten Gesichtern, entstand bei den ersten (Wohlder) Vorführungen auf dem Dorf eine wunderbar familiäre Atmosphäre. Für uns als Vorführer ist es hier viel leichter, die Reaktionen der Gäste während des Films mitzubekommen. Uns interessiert (und freut) natürlich, wann besonders herzhaft gelacht wird. Wann die Spannung steigt. Wann es Ahs und Ohs gibt. Nach den Vorführungen, beim Rausgehen, wurden wir häufig angesprochen, uns wurde lächelnd zugenickt, wir haben Fragen beantwortet, Komplimente entgegengenommen, Informationen weitergegeben, wunderbar. Und den Gästen macht es Spaß, sich umzuschauen und herauszufinden, ob Schauspieler*innen anwesend sind. In Wohlde waren zum Beispiel mehr als zehn Mitwirkende bei den Vorstellungen und haben sich köstlich amüsiert. Unsere Dorfkrimistars hautnah mitzuerleben, ja, das ist schon etwas Besonderes. Neben Polizeiobermeister Gertz und mehreren Oldtimertreckerfahrern mit teilweise weiter Anreise nach Wohlde saß auch unsere älteste Schauspielerin im Publikum und hat sich köstlich amüsiert.
Von Anfang an war ja geplant, den Film vor allem in den Landgasthöfen und anderen dörflichen Veranstaltungsräumen zu zeigen. Auch wenn wir uns nicht wehren würden, wenn Anfragen aus Lübeck, Kiel, Hamburg, Berlin, Cannes und Hollywood kommen, so gehört ein Dorfkrimi eben aufs Dorf.
Dass unser Krimi sich in Muhls Gasthof wohlgefühlt hat, dass er dort seinen natürlichen Lebensraum hat, das hat man einfach gemerkt. Immerhin wurde er dort ja sogar auch gedreht.
Die Termine unserer Dorf-Vorstellungen findet ihr unter den Vorführungen. Hier stehen auch die jeweiligen Ansprechpartner und weitere aktuelle Infos.
Ute Ochsenbauer, Treenezauber e. V.
Premiere, Premiere!
Kein schöner Tod II- eine Liebeserklärung an unsere Dörfer und an die Treene
Am Wochenende lief im Kinocenter Husum die Premiere von Kein schöner Tod II.
Mehr als 600 Leute haben nun unseren Film gesehen, Beteiligte und Unbeteiligte.
Am Samstag haben wir mit fast allen Mitwirkenden zusammen unseren Film angeschaut. Wir sind vom zweitgrößten Kinosaal in den größten Saal umgezogen, damit alle Beteiligten Patz hatten. Jede/r Mitwirkende durfte eine Begleitperson mitbringen, und obwohl manche auch ohne Begleitperson gekommen sind, platzte das Kino aus allen Nähten!
Am Sonntag war dann die erste öffentliche Vorstellung. Wir haben nicht gemessen, wie viele Meter die Schlange der Wartenden nach draußen auf den Gehweg reichte, aber sie reichte nach draußen.
Das Kino war VOLL.
Weil der erste Kinosaal bereits Wochen zuvor nach wenigen Stunden ausgebucht war, wurde unser Dorfkrimi in einem weiteren Saal mit über 200 Plätzen gezeigt – und auch dieser war bis in die ersten Reihen besetzt.
Nach unserer Samstagsvorstellung gab es eine fantastische Premierenfeier in Muhls Gasthof. Es gab ein wundervolles Alle-bringen-was-mit-Büfett, die Stimmung war wirklich besonders, prickelnd, froh, stolz, erleichtert, heiter, liebevoll, von allem ein bisschen. Die meisten hatten den Film ja zum ersten Mal in voller Länge gesehen, und auch wer ihn vielleicht schon vom Schneiden oder von den kurzen Einblicken in einzelne Szenen kannte, war doch überwältigt, wie beeindruckend unser Film auf der großen Kinoleinwand rüberkommt.
Auch am Sonntag bekam unser Film einfach so viel fröhlichen Szenenapplaus, so viele Lacher, so viel Gekicher, wir wurden mit begeisterten Kommentaren und Lob überschüttet, alle von uns, die nun noch einmal mit anderen Freundinnen und Verwandten im Kino waren. Die Film-Euphorie im Damenklo: ehrlich überschwänglich positiv.
Einen Tag nach diesen Premieren bin ich müde und kaputt und lasse alles an mir vorbeiziehen, die ganzen letzten Monate, seit dem Februar 2024, dem Startfunken des Projekts. Mir fällt ein, wie ich Mario und Kurt in Marios wunderbarem Garten getroffen habe. Damals habe ich Mario gefragt, ob er bei unserem Filmprojekt mitmachen und den Freund des Betrügers spielen möchte. Eine ganz kleine Rolle. Ja, das würde er wohl machen. Und dann wollte Kurt als riesiger Büttenwarder Fan auch mit dabei sein (zum Glück, lieber Kurt!) und dann musste Mario am Ende die doch gar nicht so kleine Rolle des Betrügers übernehmen, und dann kam auch noch Gertrud mit dazu, Kurts Nachbarin, beide zusammen ungefähr 180 Jahre alt. Und auch Gertrud hat mitgespielt, und wie!!
Und so wurden wir immer mehr, bis wir über hundert Mitwirkende waren. Das erste Treffen der Krimileute in Muhls Gasthof im April: ich hatte Sorge, ob überhaupt jemand kommen würde, und dann war der Clubraum rappelvoll und die Stimmung war so prickelig und enthusiastisch und motivierend! Und auch wieder mit von der Partie: Kurt und Gertrud! Oh, ihr beiden, wie sehr ich mich jedes Mal über euch freue!
Lange Zeit waren wir auf der Suche nach bestimmten Drehorten, Endlich hatten wir alle beisammen und es ging los. Der erste Drehtag, gleich mit unglaublich vielen Menschen und einigen Tieren, was für eine Aufregung am letzten Samstag im Mai ab acht Uhr morgens!
Der Eselspaziergang später im Jahr, normalerweise echt romantisch und goldig, zieht an mir vorüber, und sofort haue ich mir in der Erinnerung auf den Arm, denn wir waren von Bremsen umzingelt, überall saßen und bissen diese Mistbiester und die sanftmütigen Eselinnen waren kaum wiederzuerkennen. Ich war kreuzunglücklich. Das hatte ich mir echt anders vorgestellt! Die zweite Eselszene verlief dann auch ganz anders und ich war froh, dass unsere Vierbeiner ihr liebes Langohr-Gesicht vor der Kamera zurechtrücken konnten.
Wir haben nicht nur am Premieren-Wochenende sehr viel Zuspruch erfahren. In all den Wochen und Monaten zuvor war die Unterstützung, die unser Projekt von allen Seiten bekam, einfach unglaublich. Was alles möglich gemacht wurde, wer uns alles zur Seite stand, mitdachte, half, Kaffee, Suppe, sonstwas kochte, Kuchen oder Käse mitbrachte, Autos oder Kühe verlieh… Unmöglich, allen zu danken.
Euer Film ist eine Liebeserklärung an euer Dorf… Ein Liebesbrief an die Landschaft Stapelholm…eine einzigartig liebevolle Darstellung des Dorflebens…Die Liebe zum Dorf, zu den Menschen und Tieren ist in jeder Szene spürbar…habe beim Zuschauen die ganze Zeit gedacht, wie schön wir es hier haben…auch wenn es ein bisschen konservativ ist .
Das sind nur einige der unzähligen positiven Reaktionen, die wir auf unseren Film bekommen haben. Man konnte unsere Liebe zum Dorf ja nur richtig überzeugend in einer liebevollen Drehatmosphäre herüberbringen. Ja, und Leute, das haben wir, glaube ich, wirklich hinbekommen. Und auch bei der Premierenfeier war sie spürbar, diese herzliche Wärme.
Ich freue mich auf die nächsten Vorstellungen. Ja, also ich hab unseren Film schon ca. zwanzig Mal gesehen, aber man kann ihn gut öfter gucken. Im Moment immer sonntags mittags um eins im Kinocenter Husum und später dann in den Dörfern.
Schaut bitte auf unserer Vorführungen-Seite, dort steht auch, ob die Vorstellungen bereits ausgebucht sind, soweit uns das schon bekannt ist.
So Sätze...
Alles Mögliche hab ich gelernt während unseres Filmprojekts Dorfkrimi. Und eine Sache, die ich gelernt habe, hängt mit den Sätzen zusammen, die die Mitwirkenden sagten. Manchmal war es nur ein einziger Satz, der für jemanden im Drehbuch stand. Doch um diesen bildeten sich Geschichten.
So machte meine liebe Freundin S. zum Beispiel in der dritten Szene eine wichtige Beobachtung, die sie dann auch umgehend jemandem mitteilte. Und zwar in einem Satz. Aber halt!
Erst mal ein Beispiel zur Verdeutlichung. Wie wir wissen, kann man die Tatsache, dass das Wetter heute schön ist (was natürlich NICHT ihre wichtige Beobachtung war) auf sehr unterschiedliche Arten ausdrücken. Man kann sagen, „Hurra, die Sonne scheint“ oder „Herrliches Sommerwetter heute“ oder „Scheune Weller hüüd“ oder, ich wette, dir fallen noch verschiedene andere Schön-Wetter-Sätze ein, oder?
Und so war es auch bei S. Jedes Mal wenn wir uns sahen, präsentierte sie mir eine neue Möglichkeit, eine bestimmte Sache auszudrücken und dann wollte sie wissen, welchen ihrer vielen Sätze ich besser fand. Ich fand sie alle gut, aber versuchte jeweils, mich für eine Variante zu entscheiden. Im Film sagt sie dann übrigens Variante 971, und die war auch total stimmig.
Für E. recherchierte ich, welche Treckermarke allgemein unbeliebt ist, denn als Landwirtin hatte sie sich für eine Szene so einen echt fiesen Treckersatz ausgedacht, für den uns nur noch eine Marke fehlte, die man mal schön durch den Kakao ziehen könnte. Am Ende sagt sie nur was von Weißkohl und Wirsing, denn wir wollten auch niemanden verprellen, der vielleicht David Brown fährt oder so.
Um all diese Sätze ranken sich „innere“ Geschichten. S. stellte sich für ihren einen Satz vor, dass sie eine Urlauberin sei, die an ihrem Urlaubsort eine befremdliche Entdeckung macht. Irgendwie muss man sich ja mit der Person anfreunden, die man spielt und für ein paar überzeugende Momente zu dieser Person werden. E. versetzte sich in die Stimmung einer mindersympathischen Vorgesetzten. Ch. channelte für ihre Rolle ihren inneren Verdächtigen, wie sie sagte und kam dadurch richtig düster und wortkarg rüber. So viel also zu dieser Sorte Sätzen.
Auch beim Schneiden haben wir jetzt viel Spaß mit unterschiedlichen Sätzen.
Allmählich haben wir die einzelnen Szenen so oft gesehen, dass wir sie auswendig mitsprechen können. Und dann sagen wir „Ich weiß es nicht“ und zucken mit den Schultern und kichern. Kein auffälliger Satz, oder? Aber er kommt, inklusive Schulterzucken, in Szene 29 vor. Oder wir sagen „Ich hab Angst“ und prusten los. Szene 20. Oder „Also tot isser“ (Szene 16). Eigentlich nicht lustig, oder?! Oder auch nur, kicher, kicher „Das kann ich Ihnen sagen“ (direkt danach in Szene 16). Ganz sicher nicht lustig. Vorm Essen sagen wir beschwingt „das muss ja irgendwie in de Mooch rin.“ Und mitunter passt auch ein herzhaftes „Hüützudoch warst du ja överall bescheeten“ (beides Szene 26).
Hoffentlich ist das keine bedenkliche Entwicklung. Hoffentlich bildet sie sich zurück! Produktiv nutzen wollen wir die Kenntnis verschiedener Zitate in einem Pub-Quiz, zumindest spukt diese Idee derzeit im Raum herum.
Aber zunächst einmal muss er natürlich fertig werden, unser Dorfkrimi, und da sind wir auf einem guten Weg.
Und wenn wir den Film dann zeigen, hurra, passt auf jeden Fall Szene 3, „Herzlich willkommen!“
Na dann!
Unser zweiter und dritter ungefähr letzter Drehtag
& Vor dem Schnitt
Schmunzel, schmunzel. Kann sich da jemand eventuell nicht von der wunderbaren Erfahrung des Drehens lösen? Wir wissen es nicht genau. Lest selbst und entscheidet!
Irgendwas ist im Busch, merken drei Leute ganz genau:
Elli*, Powidl* und Dotti*.
Ihre Zweibeiner sind nämlich so anders drauf, als sonst. Sie werden geputzt, frisiert oder in Powidls Fall gestimmt und in eine Rucksacktasche gesteckt.
Und dann, kurz bevor es losgeht, gewittert es plötzlich. Aber so schnell das Gewitter gekommen ist, verschwindet es zum Glück auch schon wieder. Wenn nur die finsteren Wolken nicht wären…
Elli trägt ihre Claudi ein wenig aufgeregt durch den Wind. Sie sind extrem pünktlich am Zielpunkt und Elli trabt, wartet, trabt, wartet. Worauf sie wartet, weiß sie noch nicht, aber als es dann losgeht, merkt sie das genau. Neben ihr geht nämlich so ein brummendes Teil in die Luft und alle Zweibeiner um sie herum beobachten Ellis Reaktion auf das Brummteil extrem aufmerksam. Äh, welche Reaktion noch mal?
Elli bleibt vollkommen ruhig. Zusammen mit Claudia und der brummenden Drohne in sicherer Entfernung über ihr trabt und galoppiert sie nun auf die Treene zu.
Dann folgt wieder: Warten.
Powidl hat auf der Bank Platz genommen und stimmt gemeinsam mit dem Akkordeon und Eva und Ute verschiedene Stücke an, Kommet ihr Hirten zum Beispiel, haha. Der erhoffte romantische Sonnenuntergang bleibt aus. Die Wolken türmen sich so dramatisch über der Treene, dass da keine Sonne dazwischenpasst. Dazu passen dramatische Improvisationen. Die Brummdrohne summt dazu. Das macht Spaß. In diesem Sommer ist Powidl nicht so oft rausgekommen, wie sonst. Umsomehr genießt sie den Sturmwindabend.
Als es wieder zu regnen beginnt, sind alle schon fast auf dem Heimweg.
„Dotti, meine Süße, hast du mich vermisst?“, fragt Peter. Es ist Sonntagnachmittag und es regnet ausnahmsweise mal nicht. Ernie und Peter reden über Quietschkommoden, Kopfkissen, Wasser, Brot und Freiheit. Sie reden ganz schön lange. Auch ernstere Themen werden angesprochen, etwa, was es zu essen geben wird. Für Dotti ein oberernstes Thema! Dotti gefällt’s. Irgendwie ist sie sehr wichtig, und Hand aufs Herz: Wem würde es nicht gefallen, wichtig zu sein, vor allem, wenn man dabei einfach so sein kann, wie man halt so ist, und dafür jede Menge Streicheleinheiten und Leckerbissen bekommt?
Auf dem Rückweg kurzer Stopp an der Natobrücke, in der Hoffnung auf einen stimmungsvollen Sonnenuntergang. Schon wieder gibt’s stattdessen dichte Wolken. Als sie ein winziges bisschen aufreißen, findet Roger, die Sonne sähe aus, als wäre sie ein demnächst landendes Raumschiff von Aliens und filmt lieber in die andere Richtung. Naja, da ist es schon auch ganz hübsch.
Am Ende des Nachmittags, der doch etwas länger ausfiel, als geplant, gab’s (ihr ahnt es) Suppe. Vielen Dank, Claudi, hat toll geschmeckt!!
Und die filmischen Resultate haben wir auch angesehen. Seufz, ich esse so gerne Suppe in heiterer Gesellschaft!
*Hier noch kurz die Auflösung der drei ***:
*Elli: goldige Stute
*Powidl: goldige Reiseharfe
*Dotti: goldige Pudelmix-Dame
Unser letzter Drehtag!
Naja, ungefähr der letzte eigentlich. Einige Szenen werden wir wohl doch noch drehen, weil uns beim prüfenden Anschauen des Gesamtmaterials auffällt, dass irgendetwas fehlt oder nicht schlüssig ist, oder vielleicht auch, weil uns die Vorstellung eines weiteren Sonnenuntergangs über der Treene gefällt.
Unser ungefähr letzter Drehtag war sehr schön. Rund. Ein wunderbarer ungefährer Abschluss mit mal wieder richtig vielen Beteiligten.
Zuerst ging es zu den Eseln, die sich wie echte Profis von ihrer besten Seite zeigten. Sie schnüffelten Cläre, Finn und Roger kurz ab und konzentrierten sich dann eseltypisch darauf, extrem süß zu sein. Das haben sie einfach drauf. Wenn sie wollen, jedenfalls.
Nach einer kurzen Pause, in der leckere Suppe und Snacks gereicht wurden (danke, Claudia!), ging es weiter zu einem Dreh mit richtig vielen Leuten. Den Anfang machten als Treckerparade die Oldtimerfreunde. Sie kamen super rüber, wie sie hupend an Muhls Gasthof vorbeiknatterten und das Konzert einläuteten, äh, einhupten eigentlich.
Die Atmosphäre beim Konzert von Cross the Border war super, die Band einfach fantastisch, und nach dem Dreh gab es ein tolles Büfett.
Danke an alle, die wieder und wieder so professionell zu echter und mitunter auch vorgestellter Musik getanzt haben. Die schmissige und stimmungsvolle Musik der Band wurde so enthusiastisch aufgenommen, dass sie mühelos nachwirkte, bis die entsprechenden Szenen im Kasten waren.
Am Ende gab es ein gemeinsames Aufräumen und schöne Gespräche bis Mitternacht.
Ja, und dann befand ich mich nach dem ungefähr letzten Drehtag in so einer Art Zwischenstadium. Ich machte Wanderungen mit Mann und Hunden, Spaziergänge mit Mann und unseren Eseln und Picknicks mit Mann und lieben Leuten einfach zum Spaß und ohne Kamera. Auch mal schön. Und nicht immer war das Filmprojekt Dorfkrimi unser Gesprächsthema!
Ich versorgte meine Bienen, die in diesem Sommer an vielen Tagen mit einer Art Minimalversorgung klarkommen mussten und die wahrscheinlich den Eindruck hatten, dass ich eine Art Sommerschlaf machte. Jetzt fragten sie sich wahrscheinlich, ob ich wieder wach bin. Zum Glück haben sowohl meine Bienen, als auch all unsere anderen Tiere den Film-Sommer ganz hervorragend überstanden.
Und dann war das Zwischenstadium auch schon wieder vorbei. Langsam ergibt sich der ein oder andere Vorführtermin für „Kein schöner Tod II“. Der Schnitt muss vorbereitet werden. Undsoweiter. Also wieder zurück in die glitzernde Glitzerstrumpf-Welt des Films. Und in die Welt der Termine, Tabellen, Telefongespräche und Kurznachrichten…
Für einen Rückblick ist es deutlich zu früh. Doch so viel schon mal vorab: Wenn ich zurück auf den Sommer schaue, bin ich unglaublich dankbar. Da weiß ich gar nicht, wo ich anfangen soll mit der Dankbarkeit, ehrlich! So viel kann ich ja schon mal verraten.
Ein vielseitiges Wochenende...
…liegt hinter uns, denn wir haben nicht nur innen und außen, im Dorf, an der Straße, auf der Straße, im Wald, am Wasser, im Wasser, am Boden und in der Luft mit Kameras und Drohnenkamera gedreht, sondern auch morgens, mittags, abends, im Hellen und im Dunkeln, mit insgesamt etwa sechzig jungen und äh älteren Zweibeinern und Vierbeinern und sogar Götter, Sagengestalten und Seifenblasen spielten eine Rolle.
Der Samstag begann rasant mit einer Verfolgungsjagd auf dem Bünger Damm. Roger und Josh filmten die flüchtende Person und ihre Verfolger*innen sowohl mit der Handkamera, als auch mit der Drohne.
Danach war eine etwas aufwändigere Szene dran: der Dorfflohmarkt. Selbiger war ja vor zwei Wochen ins Wasser gefallen, und auch diesmal erwischte uns ein kräftiger Schauer. Puh, war ich gefrustet, aber kaum waren wir alle richtig nass, schien auch schon wieder die Sonne. „So ist der Sommer in Norddeutschland eben“, sagte Elfi. Na gut.
Jedenfalls danke an alle Standbeschickerinnen, dass sie das Wetterhickhack so tapfer mitmachten, und danke an alle Statisten, die geduldig bei „Drei“ nach rechts schauten, wenn Mario und Thies sich anmotzten und die sogar den ein oder anderen Flohmarktartikel erstanden!
Nach dem Flohmarkt ging’s nach einer lieben kleinen und auch dringend benötigten Pause in den Wald. Dort warteten bereits die Mantrailer des HSV Schleswig auf uns und auf unsere Kriminalkommissarin Cläre. Die hatte die Suchhunde nämlich angefordert, um unseren Hauptverdächtigen zu finden.
Die wunderbaren, gut geschulten Suchhunde sausten nach einer kurzen Besprechung von Kommissarin Cläre und Trailer-Leiterin Madleen so schnell ab, dass Kamera und Drohne kaum hinterherkamen. Toll war das!!
Anschließend wurde es im Wald drehtechnisch mystisch-magisch und auch ein bisschen aufregend mit einer Prise Romantik. Die für diese Szene angeforderten fünf Hunde, die allgemein als entzückende Kläffprofis bekannt sind, waren von der atmosphärischen Mischung so beeindruckt, dass sie ganz vergaßen, zu bellen. Still liefen sie wieder und wieder vor der Kamera auf dem Waldweg entlang, egal, wie sehr wir sie aus der Reserve zu locken versuchten. Zum Glück halten sich unsere zweibeinigen Schauspielenden ein bisschen mehr an die Vorgaben des Drehbuchs.
Der Sonntag begann extrem romantisch. So ein bisschen Pilcherfeeling muss einfach rein in den Krimi, zumindest ist das meine Meinung, und dafür haben wir am Sonntagvormittag nach besten Kräften und mit liebevollem Augenzwinkern gesorgt.
Danach ging es an die Treene. Schon wieder erwartete uns dort so ein norddeutscher Sommer mit viel Wind und ja auch nicht besonders warm, leider. Badende Kinder fielen also ins Wasser, beziehungsweise blieben selbigem lieber fern. Vor allem, als die mit Schilf behängte bleiche Sagengestalt dem Wasser entstieg. Für Magie sorgten zusätzlich sowohl unzählige schillernde Seifenblasen, als auch ein brechend voller magischer „Ich-werde-niemals-leer“ -Picknicktisch.
Nach der Treene hingen wir ein bisschen rum, kuckten uns an, was Roger im Kasten hatte und besichtigten die nächsten beiden Drehorte. Wir beschlossen, für die letzte Szene des Tages wirklich bis zum Einbruch der Dunkelheit zu warten, und das war eine wunderbare Entscheidung, denn erstens sind die so entstandenen Bilder einfach unglaublich geworden, und außerdem hatten wir dadurch auch mehr Zeit, um Suppe und den frisch gebackenen Pflaumenkuchen von Charlotte zu essen.
Ja, zum Glück gab`s abends immer Suppe, denn so kam ein bisschen Beständigkeit in unsere äußerst abwechslungsreichen Drehtage. Ich liebe wirklich diese Atmosphäre, wenn so viele Leute um unseren Tisch sitzen und essen und ein bisschen fertig und dementsprechend albern sind.
Es wird so viel gelacht und erzählt und unsere Suppenabende sind für mich eine wichtige, wohltuende Ingredienz unseres Filmprojekts.
Und heute ist also der Montag nach dem vorletzten Drehtag und ich bin echt ein bisschen schlapp, aber, wie man ja bestimmt merken kann, auch super dankbar für all die wunderbaren Momente, Begegnungen, Freundlichkeiten, Erfahrungen, die unser Filmprojekt uns schenkt.
Hasta la vista, baby, ungefähr einen Drehtag haben wir ja noch!
Ein Wochenende der Superlative…
…liegt hinter uns. Wir hatten nämlich SUPER furchtbares Wetter und mussten deshalb SUPER flexibel sein, was unsere Pläne für die einzelnen Drehs anging. Erschwerend kam hinzu, dass ich SUPER krank gewesen und noch nicht so wirklich wiederhergestellt war.
Man muss allerdings auch sagen, dass wir trotz der SUPER widrigen Bedingungen SUPER viel geschafft haben und das lag nicht nur, aber mit Sicherheit auch an der SUPER Gastfreundlichkeit und Bewirtung von Cläre und Josh. Und daran, dass sich alle SUPER auf dieses herausfordernde Wochenende eingestellt haben.
Als Erstes haben wir nach langem Zögern und Abwägen den gesamten Dreh am Freitagabend und die beiden Außendrehs am Samstag, einer davon der Flohmarkt mit rund vierzig Beteiligten, abgesagt. Die Wettervorhersage war SUPER wirr und düster und es erschien nicht ratsam, so viele Leute womöglich ins offene Messer laufen zu lassen. Flohmarkt stattdessen drin aufbauen und drehen? Nö, hässlich im Vergleich zu dem, was wir geplant hatten.
Samstag drehten wir dann stattdessen überwiegend innen zwei aufwändige Szenen. Abends konnten wir sogar noch kurz draußen drehen. Dann gab´s SUPER Suppe, vielen Dank dafür, Stefan und Sybille.
Sonntag drehten wir von mittags bis abends zunächst drei Innenszenen und dann ging es nach draußen. Hilfe, oder doch nicht? Regnet‘ s etwa schon wieder? Ein anstrengendes „Es hat aufgehört“ oder „Es fängt wieder an“ bestimmte unseren relativ feuchten und dennoch fröhlichen Nachmittag und Abend.
Irgendwann konnten wir einfach nicht mehr. Kurz vor unser aller Breakdown kam die Sonne kurz hinter den Wolken hervor und wir konnten die allerallerallerletzte Szene dieses Tages drehen. SUPER!
Und es hatte sich gelohnt. Wir haben inzwischen rein rechnerisch dreiviertel aller Szenen gedreht. Vier von den verbleibenden elf Szenen werden auf jeden Fall ein bisschen Aufwand, Arbeit und Zeit in Anspruch nehmen. Aber hej, wir sind SUPER gut im Zeitplan.
Eine fröhliche SUPER Nachricht gab es außerdem auch noch am Wochenende, denn unsere SUPER Plakate sind angekommen. Danke Cläre für das SUPER Design!
Fun Fact:
SUPER hart hatte es am Wochenende unser Mario. Der Ärmste! Erst wurde er mit Bilderrahmen beworfen, sodass ihm bereits die nackte Panik aus dem Gesicht sprang, dann wurde er mit einem Nudelholz traktiert und später in eine Schubkarre verfrachtet und darin durchgerüttelt. Beklagt hat er sich jedoch fast nie. Das hat dafür eine andere Person getan, nämlich die Mordperson. Erst wollte sie lieber würgen, statt schießen, dann wollte sie lieber ein Kissen auf jemanden halten bis zum Atemstillstand. Die im Drehbuch beschriebenen Mordmethoden schienen ihr einfach nie zu gefallen. Doch am Ende, SUPER, war die Leiche in die Decke gewickelt, so dass Peter Franzen, das wisst ihr ja, sie eines Tages ausbaggern kann, und das ist schließlich, was zählt.
Schwüle Tage und viele Resultate
Normalerweise versuchen wir ja irgendwie, von der Gegenwart in die Zukunft zu schauen, um zumindest herauszufinden, wie zum Beispiel das Wetter übermorgen wird. Was die nahe Zukunft angeht, so hoffe ich auf gutes Wetter am nächsten Drehwochenende!
Oder wir blicken von der Gegenwart in die Vergangenheit. Aus dieser Perspektive kann ich berichten, dass wir nun die Hälfte der Szenen gedreht haben. Drei sehr anstrengende Tage mit Innendrehs bei schwülem Wetter liegen hinter uns. Das Eis am Ende des zweiten Drehtags schmeckte!
Foto
Unser Teaser ist fertig und super toll geworden, danke für einen ziemlichen Brocken Arbeit mit tollem Resultat, liebe Cläre, Roger und Conny.
Unsere ersten Plakate und Flyer sind entworfen und bestellt. Sie sehen toll aus, Cläre hat's drauf 🤩🤩🤩!
Dies war jetzt mal so aus der Gegenwart in die nahe Vergangenheit und die nahe Zukunft geblickt.
Doch wenn ich mir eine ganz ungewöhnliche Perspektive anschaue und mir vorstelle, aus der Zukunft zurück auf diese ereignisreiche und voll gepackte und mitunter auch nervtötende Zeit zu schauen, vielleicht vom Sommer 2026 aus auf den Sommer 2025....
Da sehe ich doch vor allen Dingen ein Glitzern, Flimmern und Funkeln, das nur daher kommen kann, dass wir gegenwärtig, ohne es zu merken, von lauter Einhörnern umgeben sind. Und natürlich von Glitzerstrümpfen, die über Stützstrümpfe gezogen werden. Und von flirrender Kreativität, Kooperationsbereitschaft und Krimibegeisterung.
Wie wunderbar. Genießen und beschützen wir's!
Halbzeit Blog
Hurra, Halbzeit!
Nach drei Tagen Innendrehs bei schwülwarmem Wetter haben wir es geschafft: die Hälfte der Szenen unseres Drehbuchs sind im Kasten.
Einige davon waren besonders lang, andere besonders aufwendig und die allerallererste Szene, die wir überhaupt gedreht haben, war beides: sowohl lang als auch aufwendig. Ohne Rogers kreative Herangehensweise, seinen besonderen Blick und seine Geduld mit uns allen, die wir keine „richtigen“ Schauspieler sind, hätten wir das nicht geschafft. Ich bin überzeugt davon, dass wir am Ende einen richtig tollen Dorfkrimi sehen werden, und sehr berührt davon, wie viele Menschen mit nicht zu bremsendem Enthusiasmus wir mitnehmen.
Wie es begann
Am 21. Februar 2024 luden unsere lieben Nachbarn uns zum Krimikucken ein. „Kein schöner Tod in dieser Zeit I“, das erste Dorfkrimiprojekt aus den neunziger Jahren, sollte bestaunt werden.
Wir waren zu acht, sechs Neu-Wohlder*innen und mein lieber Mann und ich. Seitens der Nachbarschaft gab es Popcorn und alles Mögliche andere leckere Zeugs, wir brachten den Film mit. Wie sich später herausstellte, übrigens eine der letzten funktionsfähigen DVDs des Films, weswegen er einige Wochen digitalisiert und gesichert wurde.
Bild- und Tonqualität ließen zwar zu wünschen übrig, aber was für ein Film! Was für ein Projekt! Karin Nissen und Maila Hantelmann hatten es damals initiiert. Meine Erinnerungen an die Zeit des Drehs Anfang der 90er Jahre, die Begeisterung im Entstehungsprozess, wie alle miteinander an einem Strang gezogen hatten, sich in das Drehen, den Schnitt etc. eingearbeitet hatten, eingearbeitet natürlich auch in die Erfahrung, vor der Kamera zu stehen, waren wieder lebendig geworden. Ich kam aus dem Staunen und der Begeisterung gar nicht mehr raus und beschloss schon an diesem Abend, dass es eine Fortsetzung geben musste.
Wie es weiterging
Im April 2024 sagte Karin Nissen, dass sie Lust hatte, bei einem zweiten Filmprojekt dabei zu sein, zumindest, was das gemeinsame Arbeiten an der Story und das Schreiben des Drehbuchs betraf. Und so kam es, dass die Geschichte im wahrsten Sinne des Wortes ihren Lauf nahm.
Rund eineinhalb Jahre später, rund zwanzig Unkenrufe, dass das nie und nimmer etwas werden würde und rund sieben heftige Krisen später, feiern wir nun Halbzeit, Bergfest eines Projekts, in das nicht nur ich extrem viel Energie, Ideen, Zeit, Geld und Anderes gesteckt habe. Ein Projekt, das jetzt schon so viele positive Reaktionen auslöst, eine richtig schöne, warme Welle, ein Film, der jetzt schon, obwohl noch gar nicht fertig, irgendwie ziemlich kultig ist. Den Teaser haben bereits über 2000 Menschen gesehen!
Das beflügelt für die letzten Drehtage.
Das Filmprojekt Dorfkrimi war von Anfang an dazu gedacht, viele Menschen zusammen zu bringen, die Lust haben, gemeinsam etwas auf die Beine zu stellen, etwas zu gestalten, sich auszuprobieren. Dass wir in einer so neuen Situation, wie das Drehen eines Spielfilms es ja für uns alle ist, eine derartige Explosion von Kreativität, Schaffensfreude, Mut und Freundlichkeit erleben dürfen, das hab ich kaum zu hoffen gewagt. Es ist etwas absolut Besonderes.
Danke an alle.
Der Teaser zur Halbzeit
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Drehtag 6 und 7
Stell dir doch bitte kurz vor, du sprichst mit einer lieben, aber schwerhörigen Person, die es vielleicht auch schwer damit hat, dir gedanklich zu folgen. Du möchtest dieser Person eine kurze Geschichte erzählen. Und nach dem ersten Erzählen sagt diese Person, die du wirklich sehr magst: „Waaas? Noch mal!“ Du erzählst es geduldig noch einmal, ungefähr mit den gleichen Worten, und als du glücklich fertig bist, sagt die Person: „Wie war das? Ich verstehe nicht!“ Und noch einmal wiederholst du dieselbe Geschichte, aber dann?
Was machst du dann? Ganz schön anstrengende Situation, und natürlich auch etwas frustig, oder?!
Bei unseren Drehs sind viele Wiederholungen angesagt und bis eine Szene wirklich gut im Kasten ist, sagt man oft die gleichen Sätze immer und immer und immer wieder, bis man sich kaum noch erinnern kann, wie man sie eigentlich sagen wollte.
Leute, ich bewundere euch alle, dass ihr da nicht die Flinte ins Korn schmeißt und durchhaltet. Großes Lob an alle!
An unserem sechsten Drehtag in Kurts Küche konnte unsere älteste Mitwirkende uns alle mitziehen mit ihrer unbeirrbaren Spielfreude. Danke für Kaffee und Kuchen, Simone und Mirjam!
Die Bilder, die wir in den Kasten bekamen, sind absolut wunderbar geworden und ich war mehr als glücklich hinterher. Unser Kameramann Roger meinte, Peter Heinrich Brix wäre stolz auf uns, vor allem auf Kurt und Gertrud .
Am siebten Drehtag begannen wir beim Friseursalon Figaro mit einer klassisch-coolen Aus-dem-Auto-Aussteig-Szene. Backstage gab es Kaffee und Kuchen (danke Simone und Astrid!) und ganz am Ende einen kleinen und verdienten Sekt.
Vorne wurde hart gearbeitet, ja, lies ruhig den ersten Absatz noch einmal, um zu ermessen, wie hart!! Dann ging's nach Wohlde in die Birkenallee zu einer extrem aufregenden Festnahme mit supernetten Profis von der Polizeistation Erfde und Kropp. Was für ein Erlebnis! Tausend Dank für eure Unterstützung!
Hinterher, wie schon so oft und eigentlich immer, gab`s für alle, die Lust hatten, Suppe im Norder Gang. Eine gemütliche, große Runde waren wir! Danke Sonja für den Riesentopf mit leckerer Karotten-Kürbis-Suppe!
Ja, und ein Requisit spielte heute eine wichtige Rolle und reiste zunächst von Wohlde nach Süderstapel und dann wieder zurück. Das war gar nicht so unkompliziert, es hin- und her zu transportieren. Danke Oxi! Und es gab heiße Diskussionen darüber, welche Farbe es denn nun eigentlich hat. Also, ich bin ja immer noch für grün.
Unser fünfter Drehtag- Hinterher
Unser neunter und zehnter Dreh waren irgendwie ganz schön anstrengend.
Die Stimmung war so ein bisschen gestresst, das haben wir bei den anderen Drehs anders erlebt. Lags am Wetter? Lags an den Eurofightern? Ich weiß es nicht. Die haben eigentlich gar nicht so gestört, wie befürchtet. Vielleicht kann man einfach nicht andauernd gute Stimmung haben, du lieber Himmel, das wäre ja auch wieder anstrengend.
Niemand weiß das so gut, wie unsere Eselin Tilda. Als ihre Kolleginnen zum zehnten Dreh abgeholt wurden, rollte Tilda schon mit den Augen. „Leute, heute ist es so mückig und seht ihr nicht die ganzen Bremsen, die durch die Luft schwirren? Heute sollte man einfach im Schatten chillen.“
Und sie hatte recht. Das Stehenbleiben auf dem Struckweg fiel Tuuli und Tommelise eseluntypisch schwer.
Nur vor der Tür im Dorf, durch die sie eigentlich gehen sollten und am Vortag auch völlig unbeeindruckt gegangen waren, da parkten sie beharrlich.
Und doch fiel im zehnten Dreh ein erheblicher Groschen, an dem Tuuli und Tommelise nicht ganz unbeteiligt waren. Und so hieß es schließlich: „Gertz, machen Sie sich für einen Einsatz fertig, wir müssen einen Ort überprüfen. Bereiten Sie eine Festnahme vor.“
Und was bereiten wir vor? Na, den nächsten Dreh natürlich.
Und da heißt es: „Schöne Grüße aus Büttenwarder!“
Unser fünfter Drehtag- Vorher
Der fünfte Drehtag naht. Und mit ihm die Erkenntnis, dass nicht nur um zwölf Uhr mittags die Sirene heulen wird, was ich eigentlich total gerne mag, nur nicht als Hintergrundmusik unseres Dorfkrimis… Nein, schlimmer, der Himmel wird morgen heulen, jaulen, knallen, brummen und was weiß ich noch alles. Denn in Jagel ist Bundeswehrtag.
Unsere Esel stört das zum Glück wenig. Die laufen auch an einem Hubschrauber, der an der Straße parkt, vorbei. Aber es macht sich einfach nicht so gut, wenn man eine romantische Szene drehen möchte.
Morgen früh werden wir zuerst einmal leider die Leute an der Bäckerbox ein bisschen nerven müssen. Denn das ist die erste Szene, die wir drehen. Hoffentlich haben alle Geduld und Verständnis dafür, dass es ihre Samstag-Morgen-Brötchen ausnahmsweise etwas später gibt.
Danach geht es auf einen Eselspaziergang. Und der soll eigentlich romantisch und ohne Eurofighter im Hintergrund rüberkommen. Wir werden sehen.
Ich halte euch auf dem Laufenden.
Drehort Dorf- Dickes Danke
So viele Menschen tragen dazu bei, dass unser Film rund wird.
Gut, hier und da gibt’s Lücken und statt rund ist der Film dann doch ein bisschen eckig.
Was die Requisiten angeht, da waren wir ein wenig knapp und schräg ausgestattet beim letzten Dreh. Zugegebenermaßen ist mir eine angenehme Atmosphäre wichtiger als originalgetreue Holster oder Uniformen oder vier Fake-Pistolen statt zwei. Die Requisiten sind mitunter vielleicht eine winzig kleine Schwachstelle in unserem Filmprojekt Dorfkrimi, das gestehe ich gerne ein.
Bei unserem nächsten Film brauchen wir vielleicht eine Requisitenbeauftragte. Bewerbungen nehmen wir gerne entgegen.
Absolut keine Schwachstelle ist die Hilfsbereitschaft aller Beteiligten und die Bereitschaft auch Unbeteiligter, uns Drehorte, Fahrzeuge, Know-how, Equipment und Zeit zur Verfügung zu stellen.
Wir finden das nicht selbstverständlich, sondern freuen uns sehr und sind gerührt über jeden und jede, die uns unterstützt. Und wie man so schön sagt, aus Unbeteiligten werden dann oft auch Beteiligte, was uns natürlich ebenfalls freut!
Hier gibt’s einen Überblick über unsere Drehorte. Wir sagen danke an:
- Den Markttreff in Bergenhusen
- Das Freibad in Wohlde
- Den Naturzeltplatz von Kai Thomsen in Fresendelf
- Die Wohlder Bäckerbox der Bäckerei Henningsen in Norderstapel
- Friseursalon Figaro in Süderstapel
- Muhls Gasthof in Wohlde
- Frahms Gasthof in Bünge
- Amt Kropp-Stapelholm, das uns ein wirklich schönes Büro als Polizeistation zur Verfügung stellt.
Wir bedanken uns außerdem bei sämtlichen Privatpersonen, die ihre Räumlichkeiten öffnen: Christiane und Peter, Kurt, Karin, Stefanie, Andre, Sybille und Stefan, Ulf und der Hof Harder!
1000 Dank, dass ihr das möglich macht!
Für die Fahrzeuge danken wir:
- Stefanie für Cläres „Brühwürfel“
- Peter für den Bagger
- Firma Ketelsen für den Oldtimer Polizeiwagen und Luca fürs Fahren
- Der Freiwilligen Feuerwehr Wohlde für Einsatz und Einsatzfahrzeug
- Andre für zwei Sahneschnittchen, Hanomag und Ford
- Den Wohlder Oldtimerfreunden
- Firma Carsten Hagge für den Bus der Senioren-WG
Mal ganz ohne Drehtermin
23.06
Nach vier Drehtagen haben wir alle zusammen schon einiges an Erfahrung sammeln können.
Mein Mann kauft zum Beispiel immer einen Eimer Weingummi, Schnuller und was da so alles drin ist, denn das brauchen wir zwischendurch alle.
Wir achten auf Pausen. Wir achten auf Getränke. Wir versuchen, uns nicht in Fenstern zu spiegeln, wenn wir beim Drehen zuschauen (passiert leider trotzdem manchmal, Mist).
Wir versuchen, leise zu lachen, wenn gedreht wird. Wir nehmen uns für den nächsten Tag nicht so viel vor. Klappt meist nicht so gut.
Das betraf nun alles die Rahmenbedingungen.
Vor der Kamera macht man ja noch einmal ganz andere Erfahrungen. Plötzlich kann man sich nicht mehr daran erinnern, was man sagen wollte, oder es kommt irgendwie nicht richtig rüber oder raus.
Zum Glück haben wir mit Roger den geduldigsten, einfühlsamsten, aber auch akkuratesten Kameramann aller Zeiten. Und mit Conny nicht nur die genaueste Hinkuckerin, sondern auch die ermutigendste Zunickerin der Welt!
Und unsere Schauspielleute? Ich kann gar nicht sagen, wie stolz ich auf alle bin.
Wie alle aus ihrer Komfortzone herauskommen, aber auch wie viele Gedanken sie sich machen, was für coole Extras sie in ihre jeweiligen Rollen einbauen, wie sie aus sich herauskommen, einfach unglaublich toll.
Und es gibt die, die Kuchen backen oder Suppe für uns kochen. Die Extrafahrten übernehmen, um jemanden irgendwohin zu bringen. Die sich Gedanken darüber machen, ob der Inhalt der Geschichte in den einzelnen Szenen richtig rüberkommt. Die Gänse dressieren. Die die Begeisterung für unser Filmprojekt Dorfkrimi in die Weltgeschichte tragen, so dass nicht nur auf Treffen in unseren Dörfern, sondern auch auf ihrem Arbeitsplatz oder in Zeitungsartikeln oder Rundfunkbeiträgen über uns berichtet wird.
Und ich habe das Gefühl, wir alle zusammen sind mit allem, was wir zu unserem Filmprojekt beitragen, wie so eine wunderbare, warme, freundliche, herzliche Welle, die Menschen auf eine gute Art mitnimmt.
Und genau das habe ich mir so sehr gewünscht für unser Projekt. Und das macht mich froh.
Vierter Drehtag
22.06
„Es gibt da eine kleine Hütte…
auf der anderen Seite der Treene“, erfährt Hauptkommissarin Cläre McDaniel während eines idyllischen Eselspaziergangs. Und sofort setzt sie alle Hebel in Bewegung, um diese Hütte so unauffällig wie möglich zu überprüfen. Hat sich hier etwa der Hauptverdächtige versteckt? Peter Klingberg, der bereits seit Tagen mit Hochdruck und Hundestaffeln gesucht wird?
Die fetten Treckerspuren vor der Hütte verraten, dass er kürzlich noch Besuch bekommen haben muss. Vermutlich, um mit Essen versorgt zu werden. Doch kann Peter Klingberg wirklich der Mörder sein?
Beim Drohnenflug über den Trecker auf der Nato-Brücke und später beim Dreh der beiden Szenen auf dem Naturcampingplatz in Fresendelf wurden alle Beteiligten wettertechnisch auf eine harte Probe gestellt. Dreißig Grad und ziemlich schwüle Luft setzten den Zweibeinern und der kleinen Hündin Dotti, Peter Klingbergs geliebter Begleiterin, doch ziemlich zu.
Und neben dem Wetter fiel noch ein weiterer Programmpunkt aus dem Rahmen: ein Reporter vom NDR interviewte uns und nahm Tonaufnahmen vom Dreh und vom Hanomag.
Die Sendung mit dem Beitrag über unser Filmprojekt Dorfkrimi ist bereits am 24.6. zwischen 19 und 21 Uhr auf NDR Welle Nord zu hören.
Dritter Drehtag
13.06
Drehort Dorf: Tiere, Tiere
Am dritten Drehtag standen die tierischen Darstellerinnen (Gänse, Kühe und Bienen) im Vordergrund.
Ein Dreh mit Tieren lässt sich nicht so planen, wie der mit Menschen.
Trotzdem sehen die einzelnen Szenen am Ende so aus, wie das Filmteam sie sich vorgestellt hatte.
Für Ideen der Mitwirkenden ist das Team immer offen.
Die Gänse heute waren nicht eingeplant, aber wie wunderbar, dass sie dabei sind! Noch sind sie jung genug, um Roger nicht zu zwicken, während er sie filmt.
Noch folgen sie Simone brav und sehen dabei wunderbar anmutig aus.
Geduld und Improvisation sind auch in der nächsten Szene angesagt. Malerin Susanne Kurschat-Körbs verändert Gesichtsfarbe und Blesse der Kuh auf ihrem Bild, je nachdem, welche Kuh sich gerade zu ihr dreht. Am Ende ist die braune Schweizerin die Gewinnerin. Sie hat am längsten still gehalten.
Die Bienen in der letzten Szene wuseln unbeeindruckt von der Kamera auf ihrer sonnenbeschienenen Wabe herum und tanzen als Lichtflecken durchs Bild. Trotzdem gut, dass Roger ein Tele hat.
Erster und zweiter Drehtag
31.05. & 01.06
Am 31. Mai war offizieller Drehbeginn des Filmprojekts „Dorfkrimi“.
Sechs Szenen von „Kein schöner Tod II“ sind im Kasten! Rund vierzig „Dorfkrimileute“ waren in Aktion, Stapelholmer*innen, aber auch „Außerirdische“ aus Hollingstedt, Dannewerk, Negenharrie und sogar aus Hannover waren mit von der Partie und Kuh Henriette, Esel Tommelise und Kaninchen Klopfer spielten ihre Rollen wie Profis!
Eine Menge Vorarbeit war nötig, damit der Bagger schließlich mit Kamerabegleitung durchs Gras rollen konnte! Eine packende Geschichte musste erfunden werden. Kein Film ohne zur Rolle passende Darsteller*innen und spezielle, stimmige Drehorte, kein Film ohne Kamera, Regie, Tonassistenz, Maske, Requisiten, Terminpläne.
Doch es konnte losgehen, und wie es losging. Gleich zu Anfang gab's ein „Baggerballett“ mit etwas verzögerter musikalischer Untermalung der Feuerwehr. Und gleich zu Anfang wurde eine Leiche entdeckt, die Auffindesituation deutete ganz klar auf einen unnatürlichen Tod hin.
Beschaulicher ging es am nächsten Drehort zu, dem Markttreff in Bergenhusen.
Am nächsten Tag fühlte Cläre als Kriminalkommissarin undercover bei leichtem Nieselregen einem Ornithologen auf den Zahn. Und Claudia setzte die Sprühsahne als Waffe ein, bevor Cläre endlich ihr Zimmer in Nikes B&B beziehen konnte. „Herzlich willkommen!“
Am Ende waren wir wirklich am Ende. Da ging nichts mehr. Und inzwischen schon zur Tradition geworden, nach einer schönen gemeinsamen Suppe im Norder Gang besahen wir uns die „Ernte“ des Tages. Wie stolz ich auf uns alle bin!